Autor: Andrea Gaal

Die Nadel im Heuhaufen – schnell gefunden dank leuchtender Kennzeichnung

27.7.2017

Vom Suchen und (Nicht-)Finden

Sie kennen das sicher: man sucht und sucht und findet nicht. Es muss nicht gleich die prominente Nadel im Heuhaufen sein – auch andere Dinge im Alltag verschwinden auf wundersame Weise und tauchen frühestens dann wieder auf, wenn man das gesuchte Teil nicht mehr benötigt oder neu beschafft hat.

Und nun stellen Sie sich Folgendes vor: Sie leuchten in Ihren Schrank (Heuhaufen) und das gesuchte Teil (Nadel) leuchtet zurück. Dieses Gedankenspiel ist auch für die Industrie relevant. Hier ist es wichtig, ein Bauteil einer bestimmten Charge zuordnen und lückenlos über den gesamten Produktionsprozess rückverfolgen zu können. Ist dies automatisiert möglich, spart es dem Produzenten hohe Handling- und Sortierkosten.

Nadel im Heuhaufen

Unser (nicht ganz ernst gemeinter) Lösungsvorschlag für das Nadel-Heuhaufen-Problem: Die Kennzeichnungslösung auf Basis anorganischer Leuchtstoffe (Foto: Pixabay).

Bauteilkennzeichnung mit keramischer Leuchttinte.
© Foto Fraunhofer IKTS

Die Bauteilkennzeichnung bietet bereits bei Tageslicht einen guten Kontrast zum Untergrund (links). Unter UV-Licht erhöht sich der Kontrast durch die Lumineszenz der Leuchttinte enorm (rechts) und sichert so die zuverlässige Auslesbarkeit.

CeraCode - Bauteilmarkierung bei harschen Umweltbedingungen.
© Foto Fraunhofer IKTS

Die Kennzeichnung spielt überall dort ihre Vorzüge aus, wo Bauteile extremen Bedingungen ausgesetzt sind. Dazu zählen hohe Temperaturen und aggressive Chemikalien in der Metallverarbeitung oder bei intensiven Reinigungsprozessen mit in der Lebensmittel- und Pharmabranche.

Eine industrielle Bauteilkennzeichnung, die leuchtet

Dafür wurden Kennzeichnungslösungen entwickelt, die ganz unterschiedlich funktionieren. Knifflig wird es dann, wenn die Bauteile im Produktionsprozess extremen Bedingungen ausgesetzt sind. Dazu zählen sehr hohe Temperaturen oder Chemikalien, zum Beispiel in der Metallverarbeitung oder Lebensmittelindustrie. Diese können die Kennzeichnung angreifen und unbrauchbar machen. Und genau hier kommt Keramik ins Spiel: Der Werkstoff, der sich durch Hitze oder andere aggressive Umgebungen nicht beeindrucken lässt, wurde von Forschern des Fraunhofer IKTS in einer Tinte verarbeitet. Diese ist mit anorganischen Partikeln versetzt, die auf optische Anregung hin, z. B. UV-Licht, leuchten. Neben ihrer thermischen und chemischen Belastbarkeit überzeugt die Tinte durch einen hohen Kontrast zum Bauteil und eine optimale Haftung auf unterschiedlichsten Untergründen.

Zur Kennzeichnung wird die Leuchttinte in Sekundenschnelle auf das Bauteil gedruckt und später zuverlässig ausgelesen. Neben Entwicklung der fluoreszierenden Tinte wurde am Fraunhofer IKTS ein in der Industrie etabliertes Druckverfahren optimiert und die Ausleseeinheit entworfen und umgesetzt – ein Komplettpaket also, das sich in bestehende Produktionslinien integrieren lässt und die Identifizierung der Bauteile vollautomatisch übernimmt.

 

Nadelfinden leicht gemacht

Zurück zu unserem Gedankenspiel: Wir bearbeiten unsere Nadel also mit der Leuchttinte und lassen Sie im Heuhaufen verschwinden. Illuminieren wir nun das Heu mit einer UV-Lampe, leuchtet uns die Nadel an. Gefunden!

 

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