Projekt

Lebensader: Entwicklung von rezyklierten und extrudierten Leichtbau-Betonelementen aus ungenutzten Feinsanden für den klimaneutralen und resilienten Städtebau

Extrudierte Sand-Geopolymer-Kompositprofile
© Fraunhofer IKTS
Extrudierte Sand-Geopolymer-Kompositprofile
Extrusion von Geopolymer-Komposit-Material
© Fraunhofer IKTS
Extrusion von Geopolymer-Komposit-Material.

Ziel des Vorhabens LEBENSADER ist die Entwicklung des Extrusions- oder Strangpressverfahrens als großserientaugliche Fertigung von leichtgewichtigen Profilbauteilen aus Rohstoffen aus dem Urban Mining (Baureststoffe aus Abbruch und Neubau) für neuartige Bauelemente in der Gebäudesanierung oder im Neubau, wie z. B. begrünbare Fassadenelemente. Der Rückbau von Betonbauwerken stellt eine nennenswerte Umweltbelastung dar, weshalb eine vollständige Kreislaufführung des rückgebauten Betons aus Nachhaltigkeitsgründen notwendig ist. Die Aufbereitung und das Recycling von Betonabbruchabfällen bieten eine Möglichkeit, den Verbrauch von Primärrohstoffen zu reduzieren. Besonders problematisch ist jedoch die Verwertung der beim Rückbau und der Aufbereitung von Beton anfallenden Feinfraktionen, sogenannter Betonbrechsande mit Korndurchmessern < 2 mm. In Deutschland gibt es bisher keine kreislaufgerechten Verwertungsmöglichkeiten für diese Feinfraktionen. Betonbrechsande enthalten einen höheren Anteil an hydratisiertem Zement, was ihre Nutzung als Gesteinskörnung erschwert und sie deshalb oft als Verfüllmaterial verwendet oder deponiert werden. Der innovative Ansatz des Vorhabens liegt in der Schließung des Stoffkreislaufs für diese ungenutzten Feinfraktionen und sie so aufzubereiten, dass hochwertige, sortenreine Gesteinskörnungen entstehen. Diese könnten dann am Ort ihres Entstehens als Zuschlagstoff für die Herstellung von Geopolymerbeton-Bauteilen im Extrusionsverfahren genutzt werden, die als leichtgewichtige Profilsegmente beispielsweise für begrünbare Fassaden als Betonhohldecken oder Beton-Doppelwände Verwendung finden können. Die einzelnen Prozessschritte sollen hinsichtlich ihres Energieverbrauchs aufgezeichnet und bewertet werden. Dieses Forschungsprojekt zielt darauf ab, innovative und nachhaltige Lösungen für die Kreislaufführung von Betonabfällen zu entwickeln, um den Ressourceneinsatz in der Bauwirtschaft zu reduzieren und die Umweltauswirkungen zu minimieren.

 

Förderkennzeichen: 100779892

Projektzeitraum: 01.03.2026 – 29.02.2028

Projektpartner: Reikan Mineralik GmbH, Betonwerke Oschatz GmbH, ect-KEMA GmbH, 
Forschungs- und Transferzentrum (FTZ) an der HTWK Leipzig e. V., Fraunhofer IKTS

Fördergeber: EFRE, SAB, Freistaat Sachsen