5. Sensorik und zerstörungsfreie Prüftechnik für den Einsatz in Fusionsreaktoren
Die extremen Einsatzbedingungen in den inneren Bereichen eines Fusionsreaktors stellen besondere Anforderungen an elektrische und mikroelektronische Komponenten beispielsweise in der Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik. Keramische Packagingtechnologien bieten hier eine vielversprechende Lösung für Komponenten unter ionisierender Strahlung, starken Temperaturschwankungen oder Super Heat Steam. Das IKTS verfügt über langjährige Erfahrung in der Entwicklung und Pilotfertigung von Sensorik und Mikroelektronikkomponenten auf Basis der HTCC- und LTCC-Technologieplattformen. Diese spielen schon heute in harschen Umgebungen wie Kernreaktoren, Gasturbinen oder Aerospace-Anwendungen ihre materialspezifischen Vorteile aus. Der Einsatz von keramischen Mikrosystemen verspricht ein großes Potenzial in Forschungsreaktoren sowie späteren kommerziellen Systemen als Magnetfeldsensoren, Fusionsdetektoren oder Hochfrequenzanwendungen in der Diagnostik.
Das IKTS arbeitet außerdem an robusten elektrisch funktionellen Werkstoffen wie Titanoxiden und Spinellen. Diese können in der Kernfusionstechnik für elektrische Regelung und Energieübertragung eingesetzt werden, etwa als Varistoren zur Absicherung von Schaltvorgängen und zur Prozesssteuerung.
Mit modernen zerstörungsfreien Prüfverfahren (NDT-Technologien) wird die Qualität und Zuverlässigkeit der Komponenten für das Gesamtsystem Fusionsreaktor sichergestellt. Das Fraunhofer IKTS verfügt über mehr als 30 Jahre Erfahrung in der zerstörungsfreien Prüfung kerntechnischer Systeme und Anlagen mittels Ultraschall und akustischer Emission. Insbesondere in der Kommerzialisierung von Fusionskraftwerken der nächsten Generation tragen NDT-Systeme zur Gewährleistung der Gesamtsicherheit bei.