ArMorph: Flexible Keramikverbunde für Schutzlösungen der Zukunft
Im Fraunhofer-internen Förderprojekt ArMorph (»Armor with flexible Morphology«) bündeln die Fraunhofer-Institute IKTS, ICT, IGP und EMI ihre Kompetenzen für eine neue Generation flexibler Schutzsysteme. Ziel ist es, dreidimensional formbare Leichtbaupanzerungen aus Hochleistungskeramik und Polymerfaserverbunden zu entwickeln. Daraus sollen leichte, ergonomische und leistungsfähige Lösungen für den Körper-, Fahrzeug- und Objektschutz entstehen.
Herkömmliche metallische oder faserverstärkte Schutzsysteme sind oft schwer, steif und kostenintensiv. Im Projekt ArMorph sollen die hohe Härte und die Widerstandsfähigkeit keramischer Werkstoffe mit dem geringen Gewicht und der Formflexibilität von Faserverbunden kombiniert werden. Dadurch können künftig auch geometrisch komplexe Oberflächen und Strukturen effizient geschützt werden – von ergonomischen Körperschutzelementen über Sonderschutzfahrzeuge bis hin zu kritischer Infrastruktur und mobilen Systemen.
Im Zentrum des Konzepts stehen leichte, dreidimensional ineinandergreifende Keramikbausteine. Sie werden mit einem flexiblen Mehrlagen-Backing und elastischen Klebsystemen zu einem anpassungsfähigen Schutzverbund kombiniert. Der segmentierte Aufbau erleichtert Reparaturen und Recycling.
Vier Fraunhofer-Institute bündeln ihre Schlüsselkompetenzen
Das Fraunhofer IKTS entwickelt modellgestützt die selbstverklammerbaren Keramikbausteine und deren optimale Geometrie. Das Fraunhofer ICT arbeitet an flexiblen Polymerfaser-Backings. Das Fraunhofer IGP entwickelt elastische Klebsysteme sowie skalierbare Fertigungsprozesse für großformatige Bauteile. Das Fraunhofer EMI übernimmt simulationsgestützte Auslegungen und ballistische Prüfungen.
Als Demonstratoren sind unter anderem ein flexibel anpassbares Schutzwestenelement der Schutzklasse SK4 mit einem Flächengewicht von unter 35 kg/m² sowie ein komplex geformtes Segment für Sonderfahrzeuge der Schutzklasse VR7 geplant. Dieses soll signifikant leichter als eine vergleichbare Lösung aus Panzerstahl sein.
Mit ArMorph wollen die beteiligten Institute die technologische Souveränität Europas im wachsenden Markt für ballistische Schutzmaterialien stärken.
Das Projekt läuft seit 1. März 2025 bis 28. Februar 2029 und wird mit rund 3,5 Millionen Euro gefördert.