Autor / Video: Patrick Menke
#diensttalk mit Nicole Munevar Castellanos: IT-Management an einem Forschungsinstitut – mehr als nur Bürotechnik
Das Porträt am Dienstag. Beim #diensttalk geben unsere Mitarbeiter*innen einen kleinen Einblick in ihre Tätigkeiten und verraten, was das Besondere an ihrer Arbeit ist.
Nicole Munevar Castellanos ist IT-Managerin am Fraunhofer IKTS. Sie erzählt über ihren Aufgabenbereich, welche Herausforderungen der Beruf bereithält – und welche Bedeutung Künstliche Intelligenz für sie hat.
Nicole, du bist im IT-Management des Fraunhofer IKTS tätig. Was können wir uns darunter vorstellen?
Wir kümmern uns um die komplette IT-Infrastruktur – von den Servern, über die Netzwerke bis zu den Endgeräten. Ich arbeite im Team Nutzerbetreuung. Wir sind die erste Anlaufstelle für unsere Mitarbeitenden, wenn es Probleme, Fragen oder Wünsche gibt. Gleichzeitig sorgen wir im Hintergrund dafür, dass IT-technisch alles funktioniert und dass die Kolleginnen und Kollegen reibungslos arbeiten können.
Welche Fragen und Wünsche hörst du denn häufig?
Die betreffen beispielsweise die Telekommunikation. Ich stelle sicher, dass unsere Endgeräte sowohl im Haus als auch außerhalb, etwa bei Dienstreisen, funktionieren und die aktuellen Sicherheitsstandards erfüllen. Dazu gehören Handys, Tablets und Laptops, die ich nach den individuellen Bedürfnissen einrichte.
Darüber hinaus stehen täglich Software- oder Treiberinstallationen an. Mal wird eine komplett neue Software benötigt und installiert, mal nur die Treiber, damit eine Anlage mit dem Rechner »sprechen« kann.
Häufig kommen unsere Kolleginnen und Kollegen mit »verdächtigen« E-Mails. Als IT-Support helfen wir, Phishing-Mails zu erkennen. Lieber überprüfen wir auch eine scheinbar harmlose Nachricht, bevor ein infizierter Link angeklickt wird.
Außerdem habe ich einen Blick auf unsere Datenbanksysteme. Hier prüfe ich regelmäßig auf Aktualität, führe Updates aus und implementiere gegebenenfalls neue Datenbänke, die bei uns gehostet werden sollen. Aktuell arbeite ich daran, neue Features in unsere Datenbanksysteme einzubauen, sodass wir aktuelle Infos direkt in unser E-Mail-Postfach ausgespielt bekommen.
Was sind das für Datenbanksysteme?
Datenbanksysteme sind, vereinfacht gesagt, das »Gehirn« einer Anwendung – sie verwalten die Daten oder stellen sie bereit und bilden so die Verbindung zwischen der Software und den gespeicherten Informationen. Bei uns besteht das Datenbanksystem beispielsweise aus zwei Servern. Fällt einer der Server aus oder wird gewartet, übernimmt der andere dessen Aufgaben. Dadurch kann die Verfügbarkeit der Anwendung sichergestellt werden.
In unseren Laboren und Werkstätten wird auch IT benötigt. Was machst du dort?
Das ist richtig. Ich stelle beispielsweise an Messanlagen Bildschirme und Mini-PCs bereit. Somit können relevante Werte, die beobachtet werden, gut sichtbar und ortsunabhängig dargestellt werden. Dieses System möchten wir auch bei uns in der Gruppe einführen. Damit wollen wir Anfragen von unseren Kolleginnen und Kollegen oder Informationen der Server direkt bei uns im Büro sichtbar machen.
Ein Thema, das nicht nur unsere Kolleginnen und Kollegen am Fraunhofer IKTS umtreibt, ist das Thema der Künstlichen Intelligenz. Wie nutzt du KI für deine Arbeit und wie schätzt du das Thema ein?
Wir verwenden KI in meiner Gruppe sehr unterschiedlich. Ich nutze sie, um in sehr langen Dokumenten schnell die relevanten Informationen zu finden oder um eine Codebasis zu haben, auf der ich aufbauen und programmieren kann. Da das Programmieren nicht zu meinem alltäglichen Aufgabengebiet gehört, ist die KI hier eine gute Unterstützung. Im Allgemeinen nutzen wir KI, um die Möglichkeiten und Grenzen dieser Technologien kennenzulernen und verschiedene Anwendungsfälle zu testen. Dadurch können wir unsere Kolleginnen und Kollegen besser dabei unterstützen, Software effizient zu nutzen oder Ursachen für bestimmte Probleme zu verstehen.
Ich finde die Fortschritte sehr spannend, sehe darin aber auch Risiken. Bei uns in der Gruppe ist vor allem wichtig, dass die Antworten der KI kritisch hinterfragt werden, keine sensiblen Daten eingegeben und bestehende Urheberrechte beachtet werden.
Was sind die größten Herausforderungen in deinem Beruf und warum machst du ihn gerne?
Hardware-Ausfall in einer großen Zahl kann das Stresslevel schnell mal nach oben bringen, wenn wir ihn nicht schnell beheben können. Aber zusammen mit unserem Team finden wir immer eine Lösung. Ein Thema, bei dem wir up to date bleiben müssen, ist die IT-Sicherheit. Dazu gehört auch viel Aufklärungsarbeit für die Mitarbeitenden.
Diese Vielseitigkeit macht den Beruf aber auch so spannend. Die IT umspannt ein großes Netz an Themenbereichen, die wiederum viele Teilaufgaben umfassen. Wenn es zum Beispiel um Endgeräte geht, kümmere ich mich darum, sie zu beschaffen, einzurichten, bereitzustellen und zu warten, und das bei verschiedensten Modellen. Das finde ich besonders interessant, insbesondere wenn die technische Entwicklung weiter voranschreitet. Vor allem macht es mir aber Spaß, meinen Kolleginnen und Kollegen bei Störungen zu helfen.
Du leistest vor allem viel Kopfarbeit. Wie schaltest du am besten mal ab?
Ich koche sehr gerne. Und da wir erst beim Thema waren: auch hier nutze ich gerne mal die KI, um zum Beispiel herauszufinden, wie ich spezielle Gewürze ersetzen kann. Da ich aus Kolumbien komme und es viele der Zutaten hier nicht gibt, muss man dann schon nach Alternativen suchen. Typisch kolumbianisch koche ich gerne mit Bananenblättern oder dampfgegarte Gerichte. In der Zubereitung ist es zwar sehr aufwendig, aber das Ergebnis lohnt sich.