OptiLamia: Optimierung von Lamiaceen zur Erweiterung der Wertschöpfung regionaler Arznei- und Gewürzpflanzen

Projektbeschreibung

Ziel von »OptiLamia« ist die Optimierung regionaler Wertschöpfungsketten für Lamiaceae-Arten (Lippenblütler), insbesondere Thymian, Oregano, Majoran und Melisse, durch die Verknüpfung von Anbau, Verarbeitung und Produktentwicklung in Sachsen-Anhalt, mit Fokus auf deren Potenzial für die Herstellung ätherischer Öle und hochwertiger Inhaltsstoffe für Anwendungen in Lebensmitteln, Kosmetik und Pharmazie.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Steigerung der regionalen Wertschöpfung durch die Isolierung, Standardisierung und funktionelle Aufwertung pflanzlicher Wirkstoffe und ätherischer Öle. Zusätzlich untersucht das Projekt, wo zukünftige Weiterverarbeitungsschritte regional verankert werden können, um den wirtschaftlichen und technologischen Nutzen für die Region zu maximieren.

Die Projektverwertungsobjekte lassen sich in vier Kategorien einteilen:

  • Stoffliche Verwertungsobjekte: Ätherische Öle und pflanzliche Wirkstoffe
  • Prozedurale Verwertungsobjekte: Methoden zur Herkunftsverifizierung und Extraktionsverfahren
  • Technische Verwertungsobjekte: Molekulare Marker und analytische Methoden
  • Digitale Verwertungsobjekte: Datenbanken und digitale Tools zur Unterstützung von Züchtung und Wertschöpfungskettenentwicklung

Leistungen

Im Rahmen der projektintegrierten Begleitforschung unterstützt das Fraunhofer IKTS »OptiLamia« durch Nachhaltigkeitsbewertung, Wertschöpfungskettenmodellierung, Markt- und Regulatoriksanalysen sowie die Identifizierung von Verwertungsmöglichkeiten für Lamiaceae-basierte Produkte.

© Fraunhofer IKTS
Prozessflussdiagramm der Wertschöpfungskette für die Herstellung ätherischer Öle und pflanzlicher Wirkstoffe aus Lamiaceae-Arten im Rahmen von »OptiLamia«.
© Fraunhofer IKTS
Prozessflussdiagramm für die Produktion von ätherischem Öl aus Zitronenmelisse.

Extraktionsprozessmodellierung und Nachhaltigkeitsbewertung

Entwicklung von Prozessmodellen für die Herstellung ätherischen Öls aus Zitronenmelisse (Melissa officinalis).

Wertschöpfungsketten- und Netzwerkmodellierung

Entwicklung von Wertschöpfungskettenmodellen für Lamiaceae-Produkte über Anbau, Erst- und Weiterverarbeitung, Produktintegration und Kaskadennutzungskonzepte hinweg, einschließlich Stakeholder-Interaktionen und regionaler Wertschöpfungspotenziale.

Markt-, Regulatorik- und Verwertungsanalyse

Bewertung von Marktzugangspfaden und regulatorischen Anforderungen für Lamiaceae-basierte Produkte in Lebensmittel-, Kosmetik- und pharmazeutischen Anwendungen, kombiniert mit Analysen von Markttrends und regionalem Marktpotenzial, einschließlich der mittels des 5-Kräfte-Modells von Porter identifizierten Chancen und Risiken.

Prüfung von rechtlichen Bestimmungen für gerichtsfeste Nachweismethode

Entwicklung einer Standardarbeitsanweisung (SOP) zur Identifizierung und Verifizierung der Landsorte „Thüringer Majoran", zur Unterstützung der Herkunftsauthentifizierung und zur Abgrenzung von anderen Majoran-Sorten.

Regionale Marktumfeldanalyse

Bewertung der wirtschaftlichen Entwicklungsperspektiven für Lamiaceae-basierte Wertschöpfungspfade in Sachsen-Anhalt.

 

 

Koordination: Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Partner: GMBU e. V., Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung, Julius-Kühn-Institut, Dr. Junghanns GmbH, Majoranwerk Aschersleben GmbH

Projektlaufzeit: 01.04.2024 – 31.12.2028

Link: https://www.dip-sachsen-anhalt.de/projekt/dip-optilamia/