Messe  /  22.10.2019  -  24.10.2019

Filtech

Filtrations- und Separationstechniken sind verfahrenstechnische Grundoperationen. Wir zeigen, wie diese mit Keramik auch in Hochtemperaturprozessen und chemisch aggressiver Umgebung gelingen.

Halle 11.2, Stand P11
 

Highlights

Heißgasreinigung mit keramischen Filtermedien

Abreinigungsfähige keramische Filtermedien haben sich in der Heißgasreinigung bei Betriebstemperaturen von 800 °C und höher bewährt. Aktuelle Vorhaben beschäftigen sich mit der Heißgasentstaubung von Abgasen aus der Stahl- und Kalkindustrie, um daraus CO2 abzutrennen. Das Fraunhofer IKTS hat hierfür einen neuen Ansatz entwickelt: Durch die Kombination von Heißgasfiltration mit keramischen Filtern und der CO2-Abtrennung mit nanoporösen Membranen können heiße und staubbeladene Abgase erstmalig dazu genutzt werden, um gleichzeitig CO2 als Rohstoff zu gewinnen und Wärme rückzugewinnen.

Weitere neue Verfahrensentwicklungen des IKTS zielen auf die energieeffiziente und selektive Abscheidung von Wertstoffen aus Heißgasprozessen mittels Filtration. Dabei lassen sich phosphathaltige Aschen aus der Klärschlammmonoverbrennung gewinnen und gleichzeitig Schwermetall abreichern. Das Konzept basiert auf einer Modifizierung der Aschen bei der Verbrennung und der sich direkt anschließenden Abtrennung der Reaktionsprodukte. Die Stofftrennung erfolgt dabei durch Heißgasfiltration und nutzt die unterschiedlichen Flüchtigkeiten der sich bildenden Reaktionsprodukte aus.

Kompakte Hybridsysteme zur Desinfektion von Abwasser und Spurenstoffelimination

Spurenstoffe anthropogenen Ursprungs stellen Betreiber von Wasseraufbereitungsanlagen vor neue Herausforderungen. Bisherige technologische Lösungen sind sehr preisintensiv und ein vollständiger und rückstandsfreier Abbau derartiger Substanzen ist zumeist nicht möglich. In Kooperation mit Industriepartnern entwickelt das Fraunhofer IKTS derzeit kompakte, robuste und selbstreinigende Abwasserbehandlungssysteme, die sowohl am »Point-of-Use« als letzter Behandlungsschritt vor dem Verbrauch oder am »Point-of-Emission« zur Behandlung von organisch belasteten Teilströmen eingesetzt werden können. Hierfür werden keramische Mikrofiltrations-Flachmembranen mit einer Photokatalysezone auf Titandioxidbasis erweitert und das Filtrat mit energieeffizienten UV-A-LEDs bestrahlt. Damit lassen sich in einem Schritt Partikel abtrennen, Abwässer desinfizieren und organische Spurenstoffe wie Pharmaka, Geruchs- und Geschmacksbildner vollständig abbauen. Mögliche Einsatzbereiche sind die Behandlung von Krankenhausabwässern (Gelbwasser aus Radiologiestationen), die Entfernung von Spurenstoffen aus Trinkwässern vor der Weiterverwendung (Getränkeherstellung), die Desinfektion von Kühlturmwässern oder die Behandlung von organisch belasteten industriellen und kommunalen Abwässern zur Wiederverwendung (Kreislaufwässer in Aquakulturen).