Messe  /  1.4.2019  -  5.4.2019

Hannover Messe 2019

Sechs Leitmessen, eine Plattform: Auf der weltgrößten Industriemesse finden Besucher technische Innovationen von A wie Automation bis Z wie Zulieferlösungen.

Industrial Supply – Halle 3, Stand L08

Faszination High-Tech-Keramik

Mit ihrem außergewöhnlichen Eigenschaftsspektrum wird Keramik in unterschiedlichsten Anwendungen zum Problemlöser. Dort, wo konventionelle Werkstoffe an ihre Grenzen stoßen, sorgt sie für effizientere Prozesse, einen zuverlässigeren Anlagenbetrieb und nachhaltigere Produkte.

Duktile Keramikarmierung zum Schutz hochdynamisch belasteter Metallbauteile im Maschinen-, Anlagen- und Fahrzeugbau

Schutzkonzepte können derzeit nur mit hohem Gewicht oder mit sehr eingeschränkter Formbarkeit realisiert werden. Gegenwärtig existiert kein Verbundmaterial, welches die herausragenden Eigenschaften beider Werkstoffgruppen – wie maximale Festigkeit bei gleichzeitig guter Verformbarkeit – vereint.

Mit den neuartigen, am Fraunhofer IKTS entwickelten Keramikstrukturen, kombiniert mit kosteneffizienten Löt- oder Klebverfahren, können nun komplex geformte Stahloberflächen mit duktilen Keramikarmierungen (DuktAr) versehen und so effektive dreidimensionale Schutzkonzepte realisiert werden. Diese können beispielsweise in Schutzvorrichtungen bei Zentrifugen, Rotoren, Recyclinganlagen oder bei der Hochgeschwindigkeitszerspanung eingesetzt werden. Besonders vorteilhaft dabei ist, dass sich die Keramikbauteile durch die spezielle Geometrie wie Puzzleteilchen zu Flächen variabler Größe zusammensetzen lassen. Somit wird eine hohe gestalterische Freiheit erreicht.

Keramische Bauteilkennzeichnung für die Digitalisierung der Qualitätssicherung in der Produktion

Die Notwendigkeit zur eindeutigen Kennzeichnung von Halbzeugen und Produkten in der Metallverarbeitung wächst stetig. In der Warmumformung (> 600 °C) versagen Standardkennzeichnungen; werden unlesbar oder zerstört. Die vollständige digitale Erfassung und Nachverfolgung der Bauteile entlang der Prozesskette ist daher kaum möglich. Ceracode® ist eine Gesamtlösung zur Markierung von Metallbauteilen in der Warmumformung bestehend aus einem Druckersystem mit einer hochtemperaturfesten keramischen Tinte sowie einer Einheit für die maschinelle Erfassung der Codierungen samt Schnittstellen zur Datenübergabe in das Produktionssystem des Herstellers. Die damit gekennzeichneten Elemente werden durchgängig über alle Fertigungsschritte hinweg identifizierbar, die Prozessdaten können dem individuellen Bauteil zugeordnet werden und eine Nachverfolgung vom Ausgangsmaterial bis zum fertigen Bauteil in der Warmumformung wird somit ermöglicht.

Energy – Halle 27, Stand E45

Keramische Technologien zur Reduktion der CO2-Emissionen in der Industrie

Verschiedene Strategien zur Vermeidung (Carbon Direct Avoidance CDA) sowie Nutzung und Speicherung (Carbon Capture and Utilization CCU) von CO2 bieten ein beachtliches Potenzial, um den Strukturwandel in der Energiewirtschaft und Prozessindustrie ökologisch und vor allem ökonomisch zu gestalten. Im Mittelpunkt stehen die Vermeidung von Emissionen, wo es möglich ist, und die effiziente Nutzung von nicht vermeidbaren CO2-Ressourcen. Besonderes Augenmerk liegt dabei auch auf der Integration Erneuerbarer Energien sowie auf neuen Wertschöpfungsbeiträgen durch die Kopplung verschiedener Sektoren. Am Stand stellen wir keramikbasierte Technologien zur Elektrolyse, CO2-Abtrennung und Synthese höherwertiger Produkte (Fischer-Tropsch) vor, die einen entscheidenden Beitrag leisten können.

Energie- und CO2-reduzierte Erdgastrocknung mittels keramischer Membranen

Erdgas muss vor der Einspeisung in das Erdgasnetz getrocknet werden, um Hydratbildung und Kondensation zu verhindern. Konventionell wird Erdgas mit Triethylenglycol (TEG) getrocknet. Ist das TEG wassergesättigt, wird es thermisch bei 190 °C bis 205 °C getrocknet, was viel Energie verbraucht, die Lebensdauer des TEG verkürzt und Abgase produziert. Nanoporöse, keramische Zeolithmembranen erlauben es, das Wasser aus dem nassen TEG durch einen einfachen Filtrationsprozess zu entfernen. Die Poren der Membranen weisen einen Durchmesser auf, der Wasser passieren lässt, das größere TEG hingegen zurückhält. Eine Pilotanlage mit 225 Membranen (20 m²) wurde direkt an einen Erdgasspeicher in Staßfurt installiert. Im Winter 2017/18 wurden 4 t Wasser von TEG durch die Zeolithmembranen abgetrennt und 8 Mio. m³ Erdgas getrocknet. Wegen der geringeren Arbeitstemperatur von 120 °C wurde im Vergleich zur klassischen Destillation eine Betriebskostenersparnis von 30 % und eine Reduktion der CO2-Emission von 9,2 t erreicht.