Messe  /  1.10.2017  -  5.10.2017

EuroPM

Die jährlich stattfindende EuroPM beleuchtet die pulvertechnologische Wertschöpfungskette und lockt mit einem erstklassigen technischen Programm und begleitender Ausstellung.

 

Stand 8

Neuartige Glasheizbauteile über 2K-Spritzguss

Das Glaspulverspritzgießen ist eine pulvertechnologische Alternativroute zu den konventionellen Herstellungsmethoden für Glasbauteile, die zumeist Schmelze-basiert arbeiten. Es ermöglicht die Herstellung großserientauglicher Glasbauteile mit komplexer Geometrie, mikrostrukturierten Oberflächen und scharfen Kanten – ohne aufwändige Schleif- oder Ätzprozesse anschließen zu müssen. Je nach Grafitgehalt kann deren Leitfähigkeit zwischen 300 und 1 Ωcm liegen. In Infrarot-Tests wurde die homogene Temperaturverteilung nachgewiesen. Die Glas-Komponenten sind im Gegensatz zu konventionellen, metallbasierten Bauteilen für Heizanwendungen deutlich kompakter und kostengünstiger. Gezeigt werden beheizbare Düsen und Tiegel.

 

Kosteneffizienz trotz Diamanteinsatz

Aufgrund seiner hohen Härte und chemischen Beständigkeit wird Diamant in Schneidwerkzeugen oder Gesteinsbohrern eingesetzt. Bislang limitieren die hohen Fertigungskosten beim Hochdruckverfahren die Anwendungsmöglichkeiten dieses Werkstoffs. Wissenschaftlern am IKTS ist nun die drucklose Fertigung komplex geformter Diamant-Keramik-Komposite gelungen. Die Materialsubstitution des teuren Werkstoffs Diamant durch Keramik ergibt eine deutliche Rohstoff- und somit Kostenersparnis bei vergleichbaren Eigenschaften. Damit bieten diese robusten und äußerst verschleißbeständigen Komposite den Herstellern größte Flexibilität in Hinblick auf die Bauteilgröße und ermöglichen bisher ausgeschlossene Anwendungsfelder. Gezeigt werden z. B. Rohre mit einer Innenbeschichtung aus Diamant-Keramik und extrem hoher Verschleißbeständigkeit.

 

3D-Druck mit Keramik und Hartmetall

Bereits seit den 1990er Jahren nutzt und entwickelt das Fraunhofer IKTS additive Fertigungsverfahren für keramische Bauteile und gehörte 1998 zu den Gründungsmitgliedern der Fraunhofer-Allianz Generative Fertigung. Heute steht das Fraunhofer IKTS für Komplettlösungen im Bereich der Additiven Fertigung von der Pulver- und Masseentwicklung, über die Auswahl der geeigneten Fertigungsmethode bis hin zur Funktionalisierung und Qualitätskontrolle neuartiger Bauteile und Systeme. Die Bandbreite der eingesetzten Materialien ist groß – neben oxidischen und nichtoxidischen Keramiken können auch Hartmetalle in Pulverform über 3D-Druck verarbeitet werden. Gezeigt werden Bauteile für die Mikroreaktionstechnik oder den Werkzeugbau mit hochkomplexen Strukturen, wie Drahtziehdüsen mit integriertem Kühlkanal.