Forschung aktuell
Mit neu entwickelten Silikatfolien können aus kommerziellen Polymerfolien erstmals flexible und transparente Laminate hergestellt werden, die im Brandfall aufschäumen, dem Brandherd Energie entziehen und eine isolierende und strahlungsmindernde Barriere bilden (Abb. 1).
Transparente Kunststofffolien werden in vielen Bereichen in Industrie, Baugewerbe und Verkehrswesen verwendet. Für bestimmte Anwendungen müssen sie flammhemmend ausgerüstet sein, um gesetzlich vorgeschriebene Brandklassen zu erreichen. Im Brandfall brennen sie zwar nicht von selbst, stellen allerdings keinen großen Widerstand gegen das Feuer dar und können schmelzen und abtropfen.
Der präventive Brandschutz ließe sich deutlich verbessern, wenn transparente Kunststofffolien zum Einsatz kommen, die im Brandfall weiterhin einen Raumabschluss gewähren, ein Hitzeschild bilden und sich nicht zu toxischen Produkten zersetzen.
Die gemeinsam mit einem Industriepartner am Fraunhofer IKTS entwickelten Brandschutz-Folienlaminate basieren auf Natrium-silikat-Schichten, die in Brandschutzverglasungen schon seit Jahrzehnten eingesetzt werden und sich dort bestens bewährt haben. Den Forschenden ist es gelungen, die Natriumsilikat- Schichten so zu modifizieren, dass daraus flexible Folien herstellbar sind. Diese werden laminiert und ergeben dann transparente und flexible Folienlaminate für den präventiven Brandschutz (Abb. 2). Die Herstellung der Laminate erfolgt durch die Kombination bestehender Folientechnologien am Fraunhofer IKTS (Abb. 3).
Für die Laminate sind Anwendungen in vielen Bereichen denkbar, so zum Beispiel zur Verbesserung des Brandschutzes (Vorbeugung, Eindämmung) verschiedener Materialien, wie Textilien, Kunststoffe, Metalle, Baumaterialien oder Gläser. Zielmärkte sind u. a. bautechnischer Brandschutz, Akkutechnologie- und E-Mobility, textiler Brandschutz, Schutz von Elektro-Anlagen und Solartechnik, Verpackungen, Schutz von Industrieanlagen und Transportmitteln, Kabel und elektronische Schaltungen.