Der European Green Deal zielt darauf ab, Europa bis 2050 zum ersten klimaneutralen Kontinent zu machen, wobei Deutschland dieses Ziel bis 2045 anstrebt. Um dies zu erreichen, sind grundlegende Innovationen in energie- und ressourcenintensiven Industrien notwendig – zum Beispiel in der Keramikindustrie, wo der hohe Energieverbrauch durch den Hochtemperaturprozess der Sinterung entsteht. Im Rahmen des Projekts entwickelt das Fraunhofer IKTS daher gemeinsam mit Partnern Ultra-Niedrigtemperatur gesinterte Keramiken (Ultra Low Temperature Cofired Ceramics – ULTCC), um diese Herausforderungen zu adressieren.
Dabei werden verschiedene Validierungsziele verfolgt. Ein zentrales Anliegen ist die Entwicklung neuer ULTCC-Materialien, die den Anforderungen einer ressourcenschonenden und energieeffizienten Produktion gerecht werden. Parallel dazu findet eine Optimierung der ULTCC-Fertigungsprozesse statt.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Digitalisierung und dem Datenmanagement. Hierzu werden digitale Modelle sowie datenbasierte Verwaltungssysteme entwickelt, die eine verbesserte Prozessüberwachung ermöglichen. Ziel ist es, datengesteuerte Entscheidungsfindungen zu erleichtern. Die Bewertung der Nachhaltigkeit spielt ebenfalls eine wichtige Rolle im Projekt. Dazu werden sowohl eine Lebenszykluskostenanalyse (LCCA) als auch eine Lebenszyklusbewertung (LCA) durchgeführt, um die ökologischen und ökonomischen Auswirkungen der neuen Materialien und Prozesse umfassend beurteilen zu können.
Zur praktischen Demonstration der Projektergebnisse werden Demonstratoren für Nieder- und Hochfrequenzanwendungen entworfen und gefertigt. Abschließend werden Strategien für Recycling und Wiederverwendung entwickelt und entsprechende Verfahren validiert.
- Projekt: Nachhaltige ULTCC Mehrlagen-Keramiken für eine grüne Zukunft – NAT-ULTCC
- Laufzeit: Februar 2026 bis Januar 2029
- Förderung: BMBF, Material Neutral
- Förderkennzeichen (FKZ): 03XPM022D
- Projektpartner: Keramische Folien GmbH & Co. KG, Schott AG, Kuraray Europe GmbH, IMST GmbH, VIA electronic GmbH, ImpulsTec GmbH, Technische Universität Berlin